Schule erleben VS Kirchehrenbach

Was ist Evaluation?

EVALUATION AN SCHULEN

( von Rektor Günter Hoch)
Seit einigen Jahren gibt es auch an allen Schulen die beiden Formen der externen und der internen Evaluation.
Diese sind inzwischen verpflichtend und müssen wechselnd alle ca. 3 Jahre durchgeführt werden. Nachdem an der MODUS 21- SCHULE Kirchehrenbach schon mehrfach intern evaluiert wurde, kam auch im Schuljahr 2007/08 ein Team aus dem Landkreis Bamberg und evaluierte unsere Schule extern. Mit den Ergebnisse wird derzeit gearbeitet, Zielvereinbarungen wurden entworfen und werden demnächst mit dem Schulamt vereinbart.
Was ist nun die Evaluation?
Unter Evaluation versteht man ganz allgemein eine „….Überprüfung betrieblicher Abläufe und Produktionsergebnisse“ (Prof. Schönig, Uni Eichstätt)
D.h., in der privaten Wirtschaft ist das schon längst selbstverständlich, was in der Schule erst viel später Einzug gehalten hat.
Externe und Interne Evaluation und ihr Zusammenspiel
Schon seit längerem werden die Schulen angeregt, Möglichkeiten der inneren / internen Eva­luation, auch „Selbstevaluation“ genannt, umzusetzen. Hier überprüfen die Schulen selbst, meist im Zusammenhang mit einem systematischen Schulentwicklungsprozess, was die an ihrer Schule Betei­ligten leisten, denken, wollen, usw. Diese Form geschah früher freiwillig, ist aber nun ebenfalls verpflichtend.
Externe Evaluation, auch „Fremdevaluation“ genannt, bedeutet dementsprechend, dass Personen an die Schule kommen, die unter Verwendung von (wissenschaftlich entwickelten) Werkzeugen den Schulbetrieb in Ausschnitten oder insgesamt „unter die Lupe nehmen“.

Evaluation ist also immer eine Bestandsaufnahme, eine Art Spiegel, den man sich selbst oder den andere einem vorhalten. Ein weiteres Bild bietet sich hier an, nämlich das des Arztes, der eine Anamnese und eine Diagnose stellt und evtl. Therapievorschläge bringt.
Für alle diese Methoden gilt: Was der „Evaluierte“ daraus macht, ist offen, liegt in seiner Verant­wortung, er muss die Konsequenzen tragen.
Ganz klar ist, dass interne und externe Evaluation keine Konkurrenten sind, sondern sich gegenseitig ergänzen!
Die externe Evaluation – Durchführung / Verlauf
I. Vorphase
Etwa acht Wochen vor den Besuchstagen stellt das Evaluationsteam sich und die Evaluation an der Schule vor. Das geschieht in einer Vorstellungskonferenz, an der alle an der Evaluation Beteiligten (also Lehrer, Elternvertreter, Verwaltungsangestellte, Hausmeister, Sachaufwandträger, Schüler­spre­cher, usw.) teilnehmen sollen.
In diesem Zeitraum hat die Schule dann auch den Auftrag, bestimmte Daten zu liefern. Neben dem Portfolio- es enthält z.B. Informationen über die Zusammensetzung der Lehrerschaft, der Schüler, über Fortbildungen, Arbeitsgemeinschaften, besondere Aktivitäten der Schule, usw. werden auch
Lehrkräfte, Schüler und Eltern anonym und schriftlich befragt.
Diese Vorlagen sichtet das Evaluationsteam und sie geben ihm einen ersten Eindruck von der Schule, der sich dann an den Besuchstagen verstärkt, relativiert oder verändert wird.
II. Die Besuchstage
An diesen drei Tagen finden folgende Aktivitäten des Evaluationsteams statt:
Schulhausrundgang- Unterrichtsbesuche – Gespräche mit Schulleitung/ Eltern / Schülern /
Sachaufwandträger / Hausmeister, Sekretärin / evtl. mit Kindergarten, Nachmittagsbetreuung, usw., also mit allen, die etwas mit dieser Schule zu tun haben.
Es folgt am letzten Tag die „Feedbackkonferenz“, in der das Kollegium seine ersten Eindrücke schildern kann.
III: Die Phase danach
1.Berichterstellung:
Jetzt hat das Evaluationsteam die Aufgabe, alle Beobachtungen, Befragungsergebnisse, Eindrücke
usw. untereinander zu sichten und zu vergleichen und daraus zwei Berichte zu erstellen, einen über die Schule insgesamt und einen über die Arbeit der Schulleitung.
Dabei ist es wichtig, dass für alles, was in dem Bericht beschrieben wird, mindestens zwei Belege benannt werden, z.B. Fragebogen plus Interviews, usw. Es ist vorgesehen, dass für jede Feststellung ein sogenannter Ausprägungsgrad festgelegt wird:
4 = große Stärke, 3 = Stärke, 2 = Schwäche, 1 = große Schwäche DER SCHULE !!!
Durchschnittliches / Selbstverständliches wird nicht erwähnt!
Wichtig ist, dass nicht die einzelne Lehrkraft, nicht die einzelne Unterrichtsstunde oder einzelne Aktivitäten bewerten werden, sondern die Schule insgesamt – unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen.
2.Vorläufige Berichtseröffnung:
In einer Konferenz, an der wieder alle an der Evaluation beteiligten Personen teilnehmen sollen, werden die Ergebnisse präsentiert. Hier kann von Seiten der Schule nachgefragt oder es können Einwände eingebracht werden. Die Schule kann dann diese eventuellen Einwände auch noch schriftlich an das Evaluationsteam weitergeben und dieses kann diese Sichtweise noch einarbeiten oder dem endgültigen Bericht anhängen.
3.Der endgültige Bericht
Er wird dem Institut für Schulentwicklung (ISB in München, einer Unterabteilung des Kultus­ministeriums) und dem zuständigen Schulamt zugeschickt, natürlich auch der Schule.
4.Arbeit danach
Für das Evaluationsteam ist damit die Arbeit erledigt – für die Schule sollte es jetzt erst beginnen.
Die Schule sollte / muss jetzt die Ergebnisse für sich erst einmal genauer betrachten, mit dem Schulrat dann Zielvereinbarungen treffen und sich dann daran machen, festgestellte Schwächen zu bearbeiten und Stärken zu sichern.

Die interne Evaluation
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie diese druchgeführt wird. Auch die Beteiligten und die Zielgruppe(n) können verschieden sein. Hier einige Beispiele:
* Selbstevalutaion des einzelnen Lehrers
* Schriftliche (anonyme) Befragung der Schüler einer Klasse / Gruppe.
* Schriftliche (anonyme) Befragung der Eltern einer Klasse, einer Jahrgangsstufe, usw.
* Schriftliche (anonyme) Befragung des Lehrerkollegiums oder bestimmter Lehrerguppen.
usw.
Dazu stehen wissenschafttlich erprobte, standardisierte Fragebögen zur Verfügung. Diese können mitunter auch von anderer Seite anonym ausgewertet werden. Aber auch selbst entworfene Formen sind denkbar.
Wie bei der externen Evaluation ist es auch bei der internen Form wichtig, dass...
- die Anonymität sichergestellt ist, ebenso die Freiwilligkeit;
- die Auswahl der Befragten repräsentativ ist, was auch eine gewisse Anzahl der Rückmeldungen bedarf;
- die Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit betont wird;
- grundsätzlich die Ergebnisse den Befragten auch mitgeteilt und mit ihnen besprochen werden;
- mit den Ergebnissen dann auch gearbeitet wird, und zwar geplant (Ziele-Zeitplan, usw.).
Hauptziel und Rechfertigung aller an der Schule stattfindenden Maßnahmen, also auch der verschiedenen Formen der Evaluation, muss sein:
Sie müssen den SCHÜLERN zum Vorteil gereichen.
Das beinhaltet natürlich auch, das das Schulklima insgesamt stimmt!