Froschaktion
Schüler der VS Kirchehrenbach als Lebensretter unterwegs
Für zwei unvergessliche Unterrichtsstunden waren die Schüler der Klasse 5b der Volksschule Kirchehrenbach an der Kreisstraße zwischen Kirchehrenbach und Leutenbach gemeinsam mit ihrem Lehrer Oskar Frank, mit Frau Grün vom Bund Naturschutz und der Biologin Frau Gellentin unterwegs. Letztere erklärte viel Wissenswertes über die Lurche, also über Frösche, Kröten und Molche, die seit mehr als 300 Millionen Jahren unseren Planeten Erde bevölkern – lange bevor sich die Saurier entwickelt hatten. Innerhalb weniger Jahrzehnte haben sich die Lebensbedingungen für die Lurche so verschlechtert, dass auch sie gefährdet sind. Wichtige Glieder in der Nahrungskette würden fehlen, wenn es sie nicht gäbe, da sie unter anderem Unmengen von Insekten vertilgen. Sie selbst dienen den Störchen als Nahrung.
Schnell hatten fast alle Schüler ihre Scheu oder ihre Abneigung verloren. Behutsam nahmen sie die Tiere in die Hand und beobachteten sie mit großem Interesse. „Eigentlich sehen die Molche ganz ähnlich wie die Dinosaurier aus!“, stellten einige Jungen begeistert fest.
Etwa von Ende Februar bis Ende April wandern die Lurche ungefähr drei Kilometer weit genau zu dem Weiher, in welchem sie geboren wurden, um sich dort selbst fortzupflanzen. Ihre ersten Lebenswochen verbringen sie als Kaulquappen wie die Fische unter Wasser. Allmählich vollzieht sich eine wunderbare Verwandlung. Innerlich und äußerlich verändern sie sich. Anstelle der Kiemen bildet sich eine Lunge. Der fischähnliche Körper nimmt allmählich die Gestalt eines Frosches oder eines Molches an. Beides sind Lebewesen, die im Wasser und an Land leben. Man nennt sie auch Amphibien. Wenn ihre Entwicklung abgeschlossen ist, jedoch spätestens im Herbst, wandern die meisten Jungtiere in die Richtung, wo ihre Eltern hergekommen waren. Vor 300 Millionen Jahren, vor einem Jahrtausend oder vor hundert Jahren kreuzte keine Fahrbahn ihre Weg. Heute ist das völlig anders. Auf der Wanderung zu ihrem Laichgewässer und zurück ist meistens eine gefährliche Straße zu überqueren, die schnell zum „Todesstreifen“ würde, wenn es nicht die Krötenschutzzäune gäbe. An einem solchen Zaun wurden an diesem Morgen von den Schülern der Klasse 5b etwa 30 Erdkröten, 20 Grasfrösche und 12 Berg- und Teichmolche eingesammelt und auf die andere Straßenseite getragen. Frau Grün und zahlreiche andere Naturschützer aus der Umgebung von Kirchehrenbach haben in diesem Frühjahr schon nahezu 9000 Tieren das Leben gerettet.


