Aktion gegen Rechts - Projekttage der Volksschule Kirchehrenbach
Die Gefahr, dass Jugendliche in die rechtsradikale Szene geraten, wird besonders in Franken immer größer. Das war eine Er-kenn-tnis für die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9.Klassen der Volksschule Kirchehrenbach in einer Projektwoche. Im Gegensatz zu früher treten diese „Wölfe im Schafpelz“ nicht mehr für jedermann am Outfit erkennbar auf, sondern als „ganz liebe und nette Kumpels“, wie immer wieder zu hören war. Dass sie aber ein brutales, menschenverachtendes System planen und der Ausstieg aus dieser Szene bei später Erkenntnis sehr schwierig und nicht ungefährlich ist, war eine weitere Botschaft, die den Schülern klar ge-macht werden sollte.
Die Schule griff hier dankbar das Angebot des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB), vertreten durch Frau Birgit Mair, auf - mit großzügiger Unterstützung der Kreisjugendpflege und des „Bündnisses gegen Rechts“. Jede der zwei 8. und der drei 9.Klassen wurden von den Fachleuten in je einer ca. zweistündigen Informationsveranstaltung mit anschließender Frage- und Diskussionsmöglichkeit aufgeklärt über die Machenschaften dieser demokratiefeindlichen und men-schenverachtenden Szene.Aber auch für die Lehrkräfte und besorgte Eltern sowie Gäste fand ein mehrstündiger Informations- und Ausspracheabend statt, der sehr gut besucht war. Auch die neue Bürgermeisterin und andere Gemeindevertreter „waren mit im Boot“.
Ein emotionaler und besonders glaubhafter Höhepunkt war der Vortrag von Herrn Franz Rosenbach, der im Pfarrsaal vor den etwa einhundert Schülern aus seinem Leben berichtete. Dieser Zeitzeuge wurde wegen seiner Sinti – Abstammung in seiner Jugend verhaftet und mit seiner Familie in KZs und Arbeitslager gesteckt. Dabei verlor der heut Achtzigjährige nicht nur seinen Vater, son-dern auch viele andere Verwandte und Freunde. Der mehrfach für sein hohes Engagement ausgezeichnete Nürnberger brachte Informationen authentisch an die jungen Zuhörer. Seine auch heute noch offensichtliche emotionale Betroffenheit war ihm immer wieder anzumerken. Die Schüler folgten seinen fast dreistündigen Ausführungen äußerst gespannt, interessiert und diszipliniert, auch Nachfragen gab es zu verzeichnen.
Botschaft des Referenten am Ende: „Bewahrt euch eure Freiheit!“ Und die ist eben in einem nationalsozialistischen System zuallererst weg.
Das Projekt wurde mit Besuchen im Dokumentationszentrum Nürnberg und dem Konzentrationslager Dachau abgeschlossen. Vorausgegangen war natürlich eine entsprechende Vorbereitung im Geschichtsunterricht und auch auf die Nachbereitung werden die Lehrkräfte noch Wert legen.
