Schule erleben VS Kirchehrenbach

Aktuelles

Volksschule Kirchehrenbach – aus 1 mach 2

Ab diesem Schuljahr 2011/12 werden aus der bishe­rigen „Volksschule Kirchehrenbach“ die „Grundschule Kirch­ehrenbach“ und die „Mittelschule Kirchehrenbach“- weiterhin unter der bisherigen gemeinsamen Leitung. Rein rechtlich haben wir dann also zwei Schulen am Ort.. Grund: Die Hauptschule schließt sich in einem Schulverbund mit der (viel größeren) Mittelschule Ebermannstadt zusammen. Aufgrund der ständig rückläufigen Schülerzahlentwicklung insgesamt und an der Hauptschule im Besonderen wäre die Hauptschule Kirchehrenbach auf mittlere Sicht nicht zu rett. Nur mit einem starken Partner an ihrer Seite kann unsere Schule auf längere Sicht hin am bisherigen Standort erhalten bleiben. Das bedeutet auch für die Gemeinde(n), dass die bisherigen Investitionen sowie die kulturellen Impulse (z.B. Weihnachtsmarkt, Schulfeste, Vernissagen, Sommerfeste, uvm.), die von der Schule ausgehen, sich auch rentieren würden. Auch ein Weiterbestand des Hallen­bades und der Schulsportanlagen wären nur in Kombination mit der Schule finanzierbar.

 Wir haben in den letzten Jahren mit Unterstützung der Cari­tas als Träger und der (schul-)politi­schen Gremien das Profil der Kirchehrenbacher Schule für die Gegen­wart und die Zukunft gestärkt: Ganztagsbetreuung in Grund- und Hauptschule, Schul­sozialarbeit, intensive individuelle und modu­lare Förderung der Buben und Mädchen, enge Zusam­menar­beit mit der Kinderta­gesstätte (Vorkurse durch Erziehe­rinnen und Lehrkräften, gegen­seitige Hospitationen,…), kontinu­ierliche Vor­be­reitung auf die Berufswelt und viele weitere Bausteine.

Mehr noch als diese wirtschaftlichen Gesichtspunkte spielen aber sicherlich auch andere eine Rolle: Die bisherige „Haupt­schule Kirchehrenbach“ könnte schon ab dem kommenden Schul­jahr nicht mehr alleine alle für die Berufswahl bedeutsamen Wahl­pflicht­bereiche Technik (bisher „Gewerblich- technischer Bereich“), Wirtschaft (bisher „Kaufmännisch - technischer Bereich“),  und Soziales (bisher „Hauswirtschaftlich-sozialer Bereich“) anbieten. Das ist aber Grundvoraussetzung für den Erhalt einer Haupt­schu­le und auch für jedermann nachvollziehbar. Zumindest wäre beim Fehlen einer oder zweier Bereiche ein Verlust von weiteren Haupt­schülern zu erwarten.

Der Schulverband Kirchehrenbach hat schon vor längerem ein­stimmig dem neuen Bündnis zugestimmt, auch die anderen betei­ligten Gemeinden der „Mittelschule Ebermannstadt“ legten hier keine Steine in den Weg. Unser besonderer Dank gilt hier den beiden Vorsitzenden, namentlich der Kirchehrenbacher Bürger­meisterin Anja Gebhardt und dem Ebermannstädter Bürgermeis­ter Franz Josef Kraus sowie den Verwaltungen der beiden Ge­meinden. Danke auch an die Schulleitung der Mittelschule Ebermannstadt, hier besonders an Herrn Rektor Eberhard Krieger für die problemlose Vorbereitung dieses Zusammenschlusses. Die Kirchehrenbacher Schulleitung freut sich auf eine gedeihliche kollegiale Kooperation.

Ob der neue Name „Mittelschule“ wirklich auf Dauer eine Rettung der bisherigen Hauptschule bedeutet, wird vielfach angezweifelt.

Damit wären auch einige Kritikpunkte zu erwähnen: Von „Augen­wischerei“ und „Etikettenschwindel“ ist hier öfter die Rede. Auch die Argumente, dass das viel zu früh auslesende bayerische Schulsystem die Hauptschule und vor allem auch die Schüler gefährdet sowie die ständigen Veränderungen in der bayerischen Schulpolitik ein grundsätzliches Überdenken der bayerischen und der bundesdeutschen Schullandschaft verhindert, sind nicht außer Acht zu lassen. Eine häufig genannte Befürchtung ist der vermehrte Schülertransport, besonders was die praktischen Fächer bedeutet. Dem kann man allerdings entgegensetzen: Bei der Auflösung der Hauptschule Kirchehrenbach wäre erst recht ein vermehrter Schülertransport für alle gegeben. Und ganz prag­matisch: Keine der Nachbarschulen könnte alle unsere Haupt­schüler/innen aufnehmen!

Fazit: Die neue Form der „Hauptschule“ bzw. dann „Mittelschule“ wird sicherlich Kompromisse auf allen Seiten erfordern. Es wer­den sich aber auch neue Chancen ergeben: Gemeinsame Kon­zepte, Projekte sowie Synergieeffekte durch den Zusammen­schluss.

Die Ernennung erfolgte am 15.11.2011 durch die Vize-Regierungspräsidentin, Frau Platzgummer-Martin, in Gößweinstein. Der dortigen Hauptschule wurde ebenfalls dieser Titel zuerkannt. Anwesend waren neben den beiden Schulleitern Reiner Philipp (Gößweinstein) und Günter Hoch (Kirchehrenbach) auch einige der für diese Schulen zuständigen Bergmeister/innen, Elternbeiratsvorsitzende, Schülervertretungen, sowie Landrat Reinhard Glauber und der leitende Schulrat Wolfgang Blos.

Schüler- und Schülerinnen der beiden Mittelschulen umrahmten das Programm mit Musik, der Vorstellung ihrer Schulsprengel, sowie einem Sketch und einem Puppenspiel.