Schule erleben VS Kirchehrenbach

Computer nicht ins Kinderzimmer

"Klicksalat": Der Elternbereit der Volksschule Kirchehrenbach initiierte ein Eltern- und Schülertraining an der Grund- und Hauptschule der Walberlagemeinde.

Jörg Kabierske aus Regensburg klärte über Gefahren im Internet auf „Geh nicht mit einem Fremden mit.“ So oder ähnlich warnen Eltern Kinder vor Gefahren. Das war auch der Inhalt eines Kindergartenprogramms, das Jörg Kabierske auf die Idee brachte, dass es ähnliches Sicherheitsdenken für Kinder und Jugendliche auch bei der Nutzung des Internets geben müsste. Deshalb initiierte er das Schüler- und Elterntraining „Klicksalat“, das auf Einladung des Elternbeirates der Kirchehrenbacher Volksschule und mit Unterstützung des Kreisjugendrings und des Fördervereins der Volksschule nun auch in der Walberlagemeinde stattfand.

Es gibt viel zu entdecken in der tollen Welt des Internets – auch viel Schreckliches. Kinder treffen nach Aussage Kabierskes verblüffend einfach auf ungeeignete Seiten. „Suchmaschinen wie Google sind für Kinder vollkommen ungeeignet. Bei entsprechenden Suchwort- oder Bildabfragen stößt man blitzschnell auf entsprechende Treffer in Millionenhöhe“, so der Internettrainer. Kinder sollten nur kindgerechte Suchmaschinen nutzen, z. B. www.blindekuh.de oder www.helles-koepfchen.de. Bei Rückfrage bei den Dritt- und Viertklässern kam zum Vorschein, dass viele dieser Grundschüler regelmäßig und ohne elterliche Aufsicht die Suchmaschine „Google“ nutzen. Geben Kinder .beispielsweise den harmlosen Suchbegriff „Spiele für Mädchen“ ein, stößt man blitzschnell auf übelste Pornografieseiten. Ähnlich leicht kommen Kinder und Jugendliche ohne Weiteres an extremistische Inhalte, z. B. auf der Website der NPD, auf der die Schulhof-CD mit rechtsradikalen Inhalten zum Download bereit steht. Kabierske appellierte an die Eltern und Lehrer „Schützen Sie die Kinder und Jugendlichen vor radikalen Seiten, indem sie sie entsprechend aufklären“.

Abhilfe schaffen könnte eine geeignete Filtersoftware, die aber nie eine Patentlösung darstellt, da diese je nach Einstellung auch harmlose Seiten unter Umständen mit Einschränkungen versehen kann. Der Regensburger Referent machte deutlich, dass Kinder unterhalb der 7. Jahrgangsstufe niemals ohne Aufsicht oder ohne Schutzfilter ins Netz gehen sollten. Daher gehören nach seiner Überzeugung internetfähige Computer auf keinen Fall ins Kinderzimmer.

Jörg Kabierske warnte Eltern und Schüler davor, persönliche Daten ins Netz zu stellen. Viele Schülerinnen und Schüler liebten es, sich und das Umfeld auf detaillierte Art und Weise online zu präsentieren, z. B. in überregionalen Foren wie www.schueler.vz oder www.lokalisten.de . Wer viel über sich veröffentlicht läuft Gefahr, identifiziert zu werden. Die Folgen können Belästigung, Beleidigung, Cyber-Mobbing oder Hackerangriffe sein. Die Veröffentlichung von Bildern und Daten führt aber oftmals bei der Stellensuche zu Problemen, denn auch Personalchefs schauen sich gerne an, was über den potentiellen Lehrling oder Mitarbeiter im Netz zu finden ist . Daten und Bilder die einmal ins Internet gestellt wurden, bleiben dort auch lange nach der Löschung gespeichert. Kinder und Jugendliche sollten vorsichtig sein, beim Umgang mit fremden Chatpartnern. Nicht selten halten sich in den Chatrooms Personen auf, die sich eine falsche Identität geben und dort beispielsweise aus pädosexueller Motivation versuchen Kontakte aufzubauen. Bereits jeder Fünfte der Zwölf- bis 13-Jährigen trifft sich mit unbekannten Chatpartnern in der Realität und geht dadurch hohe Risiken für Leib und Leben ein.

Auch die Gefahr der Computersucht sollten Eltern nicht unterschätzen. Beispielsweise Online-Rollenspiele wie „World of warcraft“ stellen eine extrem große Gefahr dar, computersüchtig zu werden. Die JIM-Studie hat ermittelt, dass die zwölf bis 13-jährigen im Durchschnitt täglich 78 Minuten online sind. Die 16 bis 17-jährigen verbringen täglich im Schnitt 138 Minuten im Netz. „Wer länger als 35 Stunden pro Woche freiwillig vor dem PC-Bildschirm verbringt, hat ein Suchtproblem und braucht professionelle Hilfe“ so Kabierske.

Ein großes finanzielles Risiko gehen die jugendlichen Internetnutzer ein, die unbedacht urheberrechtlich geschützte Dateien (Fotos, Videoclips, Grafiken, Logos oder Musikstücke) herunterladen und weiterverbreiten bzw. veröffentlichen. Es gibt Anwaltskanzleien die sich im Auftrag der Rechteinhaber darauf spezialisiert haben die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Dateien zu verfolgen. Neben der Aufforderung eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, erhalten die Delinquenten eine saftige Gebührenrechnung.

Des Resümee des Elterntrainings war für die Teilnehmer sicherlich das Internet nicht zu verteufeln, sondern genauer hinzusehen und die eigenen Kinder im Hinblick auf die lauernden Gefahren zu sensibilisieren.

 

Hinweis zum Foto
Foto: Peter Neumeier / Jörg Kabierske von Klicksalat in der Kirchehrenbacher Volksschule beim Elterntraining zum Thema Gefahren des Internet.